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Heuschnupfen-Pollenallergie 1218x350

Schlechte Nachrichten für Allergiker – in diesem Jahr fliegen die Pollen besonders früh

Erlen- und Haselpollen fliegen schon auch wenn es draussen noch winterlich ist. Durch den besonders milden Winter wird eine erhöhter Pollenflug erwartet, sobald die Temperaturen wärmer werden. Symptome verursacht durch Heuschnupfen – Pollenallergie treten immer früher im Jahr auf.

Betroffen vom Heuschnupfen – Pollenallergie ist jeder fünfte in der Schweiz

Der Heuschnupfen, auch Pollenallergie oder Polinosis genannt, ist die häufigste allergische Erkrankung in Europa. Allein in der Schweiz sind rund 1,2 Millionen Menschen, also etwa 20 % der Bevölkerung betroffen.Meist beginnt der Heuschnupfen bei Schulkindern und Jugendlichen, nur selten bereits bei Vorschulkindern oder im Erwachsenenalter. Bei einem Teil der Patienten klingt die Allergie im Laufe des Lebens ab oder heilt vollständig aus.

Der Körper bekämpft den vermeintlichen Feind „Pollen“

Der Heuschnupfen wird durch die Pollen von windblütigen Gräsern und Bäumen verursacht. Die Pollen, welche zur Befruchtung von Pflanzen dienen, werden über die Luft eingeatmet und haben somit Kontakt zu den Schleimhäuten im Mund- und Nasenbereich sowie teilweise direkten Kontakt mit den Augen (Bindehaut = Konjunktiva). Die Überempfindlichkeit gegen Pollen (das Allergen), führt nach dem Erstkontakt zu einer Sensibilisierung mit Bildung spezifischer IgE-Antikörper. Diese Antikörper haften an Mastzellen, welche für die Immunabwehr mitverantwortlich sind. Bei einem Zweitkontakt kommt zur Freisetzung von Histamin und anderen Entzündungsmediatoren aus den Mastzellen, was die Symptome verursacht und die Einschleusung von Entzündungszellen in das Gewebe fördert. Einfach ausgedrückt lernt das Abwehrsystem den vermeintlichen Feind beim ersten Kontakt kennen, um ihn beim Zweitkontakt zu bekämpfen.

Die Nase leidet am meisten

Mit den folgenden Symptomen müssen Sie beim Heuschnupfen rechnen:
  • Juckreiz in der Nase und in den Augen
  • Niesen, Niesattacken
  • Verstopfte Nase mit reduziertem Geruchssinn
  • Laufende Nase (wässrige, klare Flüssigkeit)
  • Oft begleitet von: Bindehautentzündungen (Konjunktivitis), Asthma, Sinusitis

Nicht jeder Schnupfen kommt von einer Allergie – das sind die Testmöglichkeiten

Die Diagnose wird durch genaue Befragung (Anamnese) und Untersuchung durch den Arzt gestellt. Da die oben genannten Symptome auch andere Ursachen haben können, ist eine Untersuchung bei starker Ausprägung der Leiden zu empfehlen, damit eine geeignete Therapieform gefunden werden kann. Bei Unklarheiten oder geplanter Desensibilisierung wird  ein Allergie-Test mittels Haut- oder Blutuntersuchung (Prick-Test) durchgeführt. Ab Herbst 2016 bieten wir diese Tests für unsere Patienten an. Vereinbaren Sie dafür einfach einen Termin.

Behandlungsmöglichkeiten: Von der Nasenspülung über Akupunktur bis hin zur Spritze

je nach Schweregrad der Symptome

  • Nasenspülungen mit Meersalz oder Kochsalzlösung
  • Antihistaminika (Tabletten, Nasenspray, Augentropfen): diese heben die Wirkung des Histamins auf und wirken stabilisierend auf die Mastzellen
  • Glucocorticoid-haltige Nasenspray/tropfen sowie Augentropfen: abschwellende und entzündungshemmende Wirkung. Nur in seltenen Fällen Cortison Tbl. oder Spritzen.
  • Auch die Komplementärmedizin bietet Behandlungsmöglichkeiten an, z.B. Phytotherapie oder Akupunktur (hier klicken für mehr Informationen)
  • Desensibilisierung: Dies ist momentan die einzige kausale Behandlung. Durch wiederholte Spritzen der Allergie-auslösenden Substanz in unterschiedlich starker Konzentration unter die Haut, kann das Immunsystem sich an das Allergen anpassen und vermindert somit die allergische Reaktion.
Da einige Medikamente Nebenwirkungen haben und nur eine kurze Zeit eingenommen werden dürfen, kontaktieren Sie vor der Medikamenten-Einnahme ihren Hausarzt.

Sie können selbst im Alltag etwas dagegen tun: laden Sie sich die Tipps von ACAMED herunter

Autorin: Dr.med. M. Spakowski, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin, ACAMED Dübendorf

Die Sendung Puls von SRF hat im 2014 einen guten Beitrag über Heuschnupfen ausgestrahlt:

Heuschnupfen – Pollenallergie: der warme Winter führt zu frühem Pollenflug
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