Reisemedizin und Impfung

Reise und Gesundheit

Reisezeit ist die schönste Zeit des Jahres. Damit dies auch während und nach Ihrer Reise so bleibt, gibt es ein paar Dinge für Ihre Gesundheit zu beachten. Ob allgemeine Gesundheitsberatung, Impfung oder Vorsorge, nehmen Sie dafür Kontakt mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt auf oder kontaktieren Sie eines unserer Aerztezentren.

Impfung

Gewisse Infektionskrankheiten können durch eine vorbeugende Impfung verhindert werden. Je nach Reiseziel, Aufenthaltsdauer und individueller Reiseroute (Länder- und Regionsspezifische Impfempfehlungen, Hotel- oder Trekkingurlaub) sind zu den üblichen Grundimpfungen spezielle Impfungen wie Gelbfieber notwendig. Diese ist in einer vom Bundesamt für Gesundheit zertifizierten Gelbfieber-Impfpraxis durchzühren. Alle anderen Impfungen können bei Ihrem Hausarzt oder bei einem unserer ACAMED Ärzte auf Voranmeldung durchgeführt werden. Gerne prüfen wir Ihren Impfausweis. Senden Sie uns per Email Ihren Impfausweis, bringen Sie ihn am Empfang vorbei oder nehmen Sie den Ausweis zum Beratugstermin mit.

Es ist ratsam mind. 1-2 Monate vor dem Abreisetermin einen Termin beim Arzt abzumachen, um ausreichend Zeit zu haben fehlende Impfungen nachholen zu können. Diese müssen teilweise auf 2 Termine verteilt werden. Dabei sollten auch die Grundimpfungen wie Tetanus, Diphtherie, Masern, Polio regelmässig kontrolliert und allenfalls der Impfschutz alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Ihr Impfbüchlein sollten Sie zu diesem Arzttermin nicht vergessen.

Wann muss welche Impfung erneuert werden?

  • Alle 10 Jahre: Diphtherie, Tetanus (Starrkrampf), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pertussis (Keuchhusten)
  • Alle 10 Jahre: Gelbfieber (für gewisse Länder Impfung obligatorisch. Diese Impfung ist nicht bei ACAMED möglich, sondern hier.)
  • Alle 5-10 Jahre: FMSE (Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch bekannt als Zeckenimpfung)
  • Jährlich ab Ende Oktober: Saisonale Grippe / Influenza
  • Lebenslänglicher Impfschutz
    • Hepatitis A: wenn 2x innerhalb der vom Hersteller empfohlenen Frist geimpft wurde
    • Hepatitis B: wenn 3x innerhalb der vom Hersteller empfohlenen Frist geimpft wurde. (Bei Kindern 2x)
    • Mumps, Masern und Röteln: wenn 2x innerhalb der vom Hersteller empfohlenen Frist geimpft wurde

Welche Reise-Impfungen werden sonst noch empfohlen

  • Tollwut
  • Japanische Enzephalitis
  • Abdominal-Typhus (Schluckimpfung)
  • Meningokokken (Hirnhautentzündung)
  • Cholera

Zu beachten sind immer die individuellen Umstände: Reisedauer, Aufenthalt in Hochrisikogebieten, Schwangerschaft, Stillzeit, Allergien (v.a.Hühereiweiss).

Weitere Reisekrankheiten

Vor allem in subtropischen und tropischen Gebieten ist Folgendes zu beachten:

Malaria

Malaria ist in vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens verbreitet. Malariamücken stechen hauptsächlich nachts, so dass ein Moskitonetz am Bett oder Schutznetze an den Fenstern sowie das Einsprühen der Vorhänge und des Bettes mit Repelentien sowie andere Mückenschutzmassnahmen das Risiko stark reduzieren.

Eine Impfung gegen Malaria gibt es zurzeit nicht, aber es gibt vorbeugende Arzneimittel und Notfallmedikamente. Wir informieren Sie gerne über die aktuelle Malariasituation in Ihrem Reiseland und beraten Sie, ob eine vorbeugende Massnahme empfehlenswert ist. Grundsätzlich wird zwischen Malaria-Prophylaxe und Malaria-Notfalltherapie unterschieden. In Ländern mit hohem Malaria-Risiko muss eine Malariaprophylaxe mit Medikamenten bereits vor der Reise, während dem gesamten Aufenthalt bis z.T. mehrere Wochen nach der Reise eingenommen werden. Für Länder mit niedrigem oder mittlerem Risiko reicht es ein Malaria-Notfallmedikament mitzuführen.

Dengue Fieber

V.a. in asiatischen Ländern ist auch an das Dengue Fieber zu denken. Achtung: Diese Erkrankung wird von Mücken im Gegensatz zu Malaria auch tagsüber übertragen und kann in Kombination mit Aspirin-Einnahme starke Blutungen auslössen, weshalb als Fieber senkendes Medikament Paracetamol auf Reisen empfohlen wird, da dies keinen starken Einfluss auf die Blutgerinnung hat. Vorbeugend gilt auch hier Mückenschutzmassnahmen.

Höhenkrankheit

Da heutzutage immer mehr Menschen Urlaub in extrem grosser Höhe (z.B. Himalaya, Anden, etc.) unternehmen, kommt die Höhenkrankheit auch weitaus häufiger vor. Glücklicherweise gibt es ein paar Tipps wie sie das Risiko eine Höhenkrankheit minimieren können und ein paar Verhaltensregeln, falls diese doch eintreten sollte. Grundsätzlich sollte man es langsam angehen. Bei grosser Höhendifferenz empfiehlt es sich einen Zwischenstop mit Übernachtung einplanen.

Durchfall und Erbrechen (Gastroenteritis)

Die häufigsten gesundheitlichen Probleme beim Reisen sind Magen-Darm-Beschwerden. Der gewöhnliche Reisedurchfall ist meist kurz und heftig und heilt spontan wieder ab. Achten Sie dabei auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit süssen Getränken und salziger Bouillon um einem Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) vorzubeugen. Schwerwiegende Erkrankungen sind eher selten. Sollten Erbrechen und Durchfall länger andauern, sowie blutiges Erbrechen oder blutiger Durchfall auftreten, ist ein Arzt vor Ort aufzusuchen.

Die Verhaltensregel „Peel it, wash it, cook it or forget it“ (Schäle es, wasche es, koche es oder vergiss es) hat immer noch ihre Gültigkeit.

Thrombose

Bei längeren Reisen ab 4h sitzen steigt das Risiko für eine Thrombose. Dies ist eine Gerinsel in der Beinvene, welche die Durchblutung und den Rückfluss des Blutes zum Herzen blockiert. Symptome ist ein plötzliches einseitiges, schmerzhaft geschwollenes Bein. Das Thrombose-Risiko ist von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt genetische Faktoren und äussere Faktoren (Rauche, Hormon-Behandlung/Pille). Ob eine Thromboseprophylaxe sinnvoll wäre, muss daher individuell betrachtet werden. Gute allgemeine Massnahmen sind: Tragen von Kompressionsstrümpfen Klasse II, regelmässige Bein- und Fussbewegungen, regelmässig aufstehen und umhergehen.

Sonnenbrand und Hautkrebs

Sonnenhut, angepasste Kleidung und Sonnenbrille gehören in jede Reisetasche im Sommer. Achten Sie auf den richtigen Sonnenschutzfaktor. Je heller der Hauttyp umso höher der empfohlene Sonnenschutzfaktor. Vermeiden Sie die Mittagssonne in (sub)tropischen Ländern. Zu starke Sonnenexposition erhöhen das Hautkrebsrisiko.

Sollte es dennoch zu einem Sonnenbrand kommen ist die betroffene Hautstelle unbedingt vor weiterer Sonnenschädigung zu schützen. Bei ausgeprägtem Sonnenbrand werden entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder lokale Cortison-Creme empfohlen.

Unfälle

Um schlimmere Unfallfolgen (z.B. beim Motorrad-Fahren) zu vermeiden, sollte man dieselben Sicherheitsmassnahmen einhalten wie hierzulande (z.B. Helm, lange Hose). Ebenso gelten in jedem Land unterschiedliche Vorschriften für Alkohol am Steuer. Bitte informieren Sie sich vorgängig. Achten Sie darauf auch eine gültige Unfallversicherung zu haben. Es empfiehlt sich hier besonders eine aktuelle Starrkrampf Impfung zu haben (Tetanus). Tierbisse sind eher selten und Tierbisse von Tollwutbefallenen Tieren noch seltener. Ob die Impfung Sinn macht besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin.

Unsere Tipps für Ihre Reise-Apotheke

Untenstehend haben wir einige Empfehlungen für Ihre Reiseapotheke zusammengestellt.

  • Sonnenschutzmittel: für Kinder Blocker mit hohem Sonnenschutzfaktor
  • Insektenschutz: z.B. Anti-Brumm forte o.a. DEET-haltige Repellents, Autan
  • Ggf Präservative
  • Eventuell Wasser- und Handdesinfektionsmittel
  • Erste Hilfe: Schnellverband, Steri-Strips, Gazebinden, sterile Kompressen, elastische Binde
  • Desinfektionsmittel, z.B. Octenisept
  • Wundsalbe, z.B. Betadine, Vita-Merfen
  • Schere, Pinzette
  • Fieber und Schmerzen:
    • Kinder: Paracetamol, Ibuprofen oder Voltaren in Zäpfchen-, Sirup- oder Tropfenform
    • Erwachsene: Paracetamol, Ibuprofen
  • Allergien:
    • Gegen Juckreiz, z.B.: Fenistil-Gel
    • Insektenstich-Allergie: Antiallergikum, z.B. Cetallerg, für Kinder Feniallerg
  • Nasenspray oder -gel, z.B. Nasivin, Triofan
  • Malaria-Medikamente (Prophylaxe oder Notfallmedikamente je nach Region)
  • Antibiotikum je nach Reisedauer und Gebiet
  • Erbrechen Motilium-lingual, Itinerol B6
  • Verstopfung: Duphalac, Importal, Movicol, Bulboid supp
  • Reisekrankheit: Cinnarazin, Trawell-Kaugummi, Itinerol-B6, Torecan
  • Durchfall: Loperamid (Imodium)
  • Höhenkrankheit: evtl. vorbeugend Diamox, in Reserve Cortison

Beachten Sie immer dass Sie auch ausreichenden Vorrat Ihrer regelmässig eingenommenen Medikamente mitführen und lassen Sie sich für Schlafmittel, Betäubungsmittel (wie Morphium) oder Tramal ein ärztliches Attest vom Hausarzt als Bestätigung für den Zoll erstellen.

ACAMED wünscht gute Reise!

Autor: Dr.med. The Phuoc Truong, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, ACAMED Dübendorf

Reisemedizin im Internet:
www.safetravel.ch
www.osir.ch

 

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